Bronzeguß im Sandgußverfahren ...

Unter den Gußtechniken, die in der Leipziger Bronzebildgiesserei Noack angewandt werden, wird das historische Sandgußverfahren für Großplastiken und künstlerische Einzelabgüsse, zum Beispiel Medaillien, genutzt.

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigDas vom Künstler angelieferte Ur-Meodell aus Gips oder anderem Material wird je nach Größe und Komplexität des Aufbaus vom Former in mehrere Teile zerlegt. Für jedes Teil wird eine eigene Gußform aus Formsand hergestellt.
Dazu werden zweiteilige Formkästchen verwendet.

 

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigDie eine Hälfte des Formkastens wird mit Formsand aufgefüllt, in den das Gipsmodell zur Hälfte eingebettet wird. Die Abformung der hervorstehendenTeile des Modells beginnt mit dem Setzen von Formkeilen. Diese bestehen aus Formsand, einem speziellen Natursand mit einem hohen Anteil an Ton, und dienen zur exakten Abformung von strukturierten Oberflächen und Unterscheidungen. Mit einem Kernstück-Hammer wird der Sand hochverdichtet.

 

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigWenn alle kritischen Teile mit Formkeilen versehen sind, setzt man die zweite Hälfte des Formkastens auf, füllt ihn mit Formsand und verdichtet ihn. Anschließend dreht man den gesamten Formkasten um, nimmt den nun oben aufliegenden Kasten ab und formt die zweite Hälfte auf die gleiche Weise ab.

 

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigNachdem die Negativform geöffnet und das Modell herausgenommen wurde, baut man ein Kerneisen, das aus einem Drahtgeflecht besteht. Das Kerneisen umfaßt die Grobkonturen der Negativform und trägt den Sand. Dieses Geflecht wird mit einem speziellen Kernsand ausgefüllt, und man erhält so einen Sandkern.

 

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigEntsprechend der gewünschten Wandstärke des Bronzeobjekts werden vorsichtig etwa 5 mm vom Sandkern abgetragen. Anschließend werden Kanäle für den Einguß und die Entlüftung angelegt. Die fertige Form wird bei ca. 650 Grad Celsius trockengebrannt. Nun kann das Eingießen der Bronze erfolgen, die zuvor auf 1100 Grad erhitzt wurde.
Beim Guß zeigt sich, was an Sorgfalt, Präzision und Erfahrung zuvor aufgewendet worden ist. Innerhalb von Sekunden ergießt sich die glühend spiegelnde Bronze zwischen Negativform und Kern. Aus einem Guß entsteht das Objekt. Nur nach längerem, langsamen Abkühlen - in der Regel über Nacht - kann die Form zerschlagen werden. Erst dann wird das Ergebnis bisheriger Arbeit, der Rohguß, sichtbar.

 

Guss in der Bronzebildgiesserei Noack in LeipzigNach dem eigentlichen Guß beginnt die Arbeit des Ziseleurs, der die Rohgußstücke reinigt und entgratet. Nach dieser Bearbeitung folgen die Montage der Gußstücke und deren modellgenaue Nachziselierung - nicht selten in Anwesenheit des Künstlers. Abschließend verleiht der Patineur der Plastik eine effektvolle, raffinierte Färbung. Sie reicht von Grün und Türkisblau bis hin zu Rotbraun und Schwarz. Die Färbung bzw. Patina beruht auf überlieferten Rezepturen, die als strenges Betriebsgeheimnis bewahrt werden.

Autoren: Elke Leinenweber und Kathleen Mönicke